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Bonreligion : Bon, ursprüngliche Religion der
Tibeter. Die Bon-Religion, die deutliche Parallelen zu den animistischen und
schamanistischen Glaubensformen sibirischer, mongolischer oder
turkstämmiger Völker aufweist, existierte in Tibet bereits lange vor
dem ersten Kontakt mit dem Buddhismus. Sie versteht die Welt als ein
dreigliedriges System aus Himmel, Luft und Erde, bewohnt und beseelt von
zahlreichen Geistern. Besonders ausgeprägt sind daher die Opferriten, bei
denen die Gläubigen neben Tieren in der Frühzeit vermutlich auch
Menschen darbrachten, sowie der Totenkult. Dabei stehen die höchsten Lehrer
und Meister, die gShen, die sich durch Tanz und Rauschmittel in einen
Zustand der Ekstase versetzen, um in Trance die Toten in die Unterwelt zu
begleiten, ganz in der Tradition des Schamanismus. Die Bon-Mythologie macht den
tibetischen Herrscher zu einem Nachkommen der Himmelsgeister: So soll der erste
König der Tibeter über die neun Stufen des Himmels zur Erde
hinuntergestiegen sein, um von dort aus zu regieren. Als der Buddhismus im
8. Jahrhundert nach Tibet vordrang, drohte die Bon-Religion, und mit ihr
der herrschende Adel, an Bedeutung zu verlieren. Um gegen den neuen Glauben
bestehen zu können, holten die Bon-po – so der Name der
Bon-Anhänger – Geistliche aus Gebieten, in denen die Bon-Religion
bereits Einflüsse des Buddhismus und Hinduismus erfahren hatte. Auf diese
Weise erhielt sie eine neue Gestalt, die u. a. in den nun entstehenden
literarischen Werken zum Ausdruck kam. Erst jetzt begann man, eine in Anlehnung
an Buddhas Lebenslauf konstruierte Figur, gShen-rab, als Stifter zu
verehren. Bis heute lebt der Glaube im Wesentlichen unverändert vor allem
im Norden und Westen Tibets fort.
[2]
Synkretismus : Vermischung unterschiedlicher
Religionen, Konfessionen oder philosophischer Systeme
[3]
Tantrismus :, auf den Lehren des Tantra (Sanskrit:
System, Gewebe) beruhende rituelle Praktiken. Vom 6. Jahrhundert
n. Chr. an nahm der Einfluss des Tantrismus auf die indischen Religionen
zu, blieb jedoch stets auf bestimmte Gruppen beschränkt. Insbesondere
einige brahmanische Gemeinschaften und der buddhistische Vajrayanakult machten
sich die tantristischen Praktiken zu eigen. Bedeutung erlangte unter anderem der
im Tantrismus fortentwickelte Shaktismus, der die Funktion der weiblichen
göttlichen Kraft hervorhebt, ihr huldigt und auf diese Weise die durch
Geschlecht und Kaste gesetzten Schranken überwindet. Der Tantrismus sucht
den Weg zur Erlösung durch verschiedene Rituale. Dazu gehört die
Lösung von allen irdischen Bindungen mit Hilfe von Yogatechniken sowie die
Rezitation eines Mantras, um die höchste Stufe der Meditation zu erlangen.
Die geistige Vereinigung mit der Göttin, durch die dem Meditierenden die
Einheit mit dem Absoluten zuteil wird, wird im Tantrismus häufig durch den
Geschlechtsakt symbolisiert.
Quellen
: Encarta 2000, Internet, Lexikon 2000
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